Auch ein Trend – Mesh aka Netz

Auf jeden Fall kann man ein Kleid aus Netzstoff über dem Bikini am Strand tragen.

Kombiniert mit Bikini: Venice Beach

Und wenn man etwas mutiger ist, kann man Klamotten aus Netzstoff auch auf der Straße tragen, als eine von mehreren Lagen. Die Spring 2016 Laufstege bieten so viele Inspirationen:

Quelle: 3.1 Phillip Lim Resort 2017 Fashion Show – Vogue

Quelle: Sacai Resort 2017 Fashion Show – Vogue

Quelle: Self-Portrait Resort 2017 Fashion Show – Vogue

Quelle: Véronique Leroy Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: Alexandre Vauthier Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: Dries Van Noten Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: MSGM Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: MSGM Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: No. 21 Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: House of Holland Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: House of Holland Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Quelle: Derek Lam Spring 2017 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Auf mich haben diese Inspirationen auf jeden Fall gewirkt. Als ich auf dem Stoffmarkt diesen ungewöhnlichen Netzstoff sah, war klar: der muss mit! 1m wechselte den Besitzer, im festen Glauben, dass ich mir ein kurzes Kleid nähen werde. Als ich dann später die Laufsteginspirationen durchging, um das Kleid für den Urlaub zu nähen, stellte ich fest, das mir die langen Kleider viel besser gefielen. Die Vorstellungen, das Kleid unter einem Rock zu tragen, wo es unten hervorblitzt oder über bunter Strumpfhose samt farblich abgestimmten engen Rolli gefielen mir so gut, dass ich überlegte, wie ich aus dem bisschen Stoff ein langes Kleid nähen konnte. Ich maß mich, ich maß den Stoff und nahm dessen quasi nicht vorhandene Querdehnbarkeit strinrunzelnd zur Kenntnis.

Aus der Burda 2/2014 hatte ich das Schnittmuster 123 abgezeichnet. Vorder- und Rückenteil wurden oberhalb der Taille durchgeschnitten. So legte und schob ich die Teile bis es Spitze auf Knopf passte. Erst wurde das Kleid mit wash-away-Nähgarn von Madeira genäht, Beinschlitze, damit ich nicht tippeln muss, wurden berücksichtigt und das Kleid wurde anprobiert. Unter dem Arm nahm ich auf jeder Seite ca. 3cm schräg bis auf 7 cm nach untem weg. Erst dann wurde mit der Overlock mit ganz engem Stich genäht. Ober- und Unterteil hatten am Bund jeweils 3cm Nahtzugabe, damit sich durch das Zusammennähen ein Tunnelzug ergibt.

Die Passform war nun gut aber die Längsdehnbarkeit des Stoffes zog alles so derart nach unten, dass die Ausschnitte an Hals und Arm viel zu groß wurden. Der am Hals ist auch ohne Dehnbarkeit viel zu groß, wie recht häufig bei Burda, nur dass ich das immer zu spät realisiere. Sämtliche Säume einfach umnähen oder mit Schrägband einfassen war also undenkbar. Eine andere Lösung musste her, nämlich folgende: Belege!

Eine Marotte von mir ist: Stoffreste aufbewahren. Kleinere Reste gebe ich immer im Kindergarten zum Basteln ab, aber größere zusammenhängende Stücke werden irgendwie sauber gefaltet und in eine Kiste gelegt. In dieser Kiste fand ich eine Art Kunstfaser-Leinen. Dehnbarkeit: NULL. Steifigkeit: Spitze! Bügelbarkeit: 100%.

Also wurden Belege für Hals- und Armausschnitt angefertigt, komplett vorgenäht und gebügelt (also sämtliche Nahtzugaben wurden bereits vorab in die Belege gebügelt). Anschließend wurden die Belege um die Kanten gelegt und mit x Nadeln befestigt, bevor ich knappkantig zweimal mit der Nähmaschine (ganz enger Stich) rüber bin. Diese Belege haben den ungemeinen Vorteil, dass sich dadurch auch die Burda-Ausschnitttiefe anpassen ließ.

Warum habe ich die Belege nicht wie üblich, erst von der Außenseite genäht, dann alles umfasst und im Nahtschatten o.ä. den unteren Beleg genäht? Weil ich dem Netz keine Haltbarkeit zutraute. Der äußere Beleg wäre bestimmt nicht überall mit dem Netz verbunden gewesen also wie hätte ich da das Umlegen, feststecken und sauber nähen bewerkstelligen können? Und mit diesem wunderbaren Reststoff ließ sich alles super vorbügeln. Ganz zum Schluss wurde noch ein grobmaschiges Gummi in den Tunnel eingezogen.

Den Strandtest hat das Kleid bereits bestanden, jetzt muss ich nur den Mut finden, es so zu tragen, wie es sich die Designer alle so denken und was mich ja auch bewogen hat, dieses Kleid zu nähen.

Zusammenfassung
Inspirationen: verschiedene, siehe weiter oben
Material: Netzstoff vom Holländischen Stoffmarkt
Schnittmuster: Unterkleid ohne Ärmel von Burda 2/2014, Modell 123 abgewandelt
Kosten: leider unbekannt

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