Luftige Lagen inspiriert von Vitorino Campos

Ein langer luftiger Rock ist genau das Richtige, wenn man im Sommerurlaub in Süditalien Kirchen besichtigen will.

So der ursprüngliche Gedanke, warum man einen langen Rock mit in den Italienurlaub nimmt. Wie aber unschwer zu erkennen ist, trage ich den Rock nicht in einer Kirche. Nein, einen ganz besonderen Ort habe ich mit dem Rock a la Vitorino Campos besucht. Und zwar das Castel del Monte.

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Wie viele Deutsche, möchten auch wir in den Sommerurlaub. Und als Blogger hat man natürlich Lust, im Urlaub Fotos für den Blog zu machen. Also war klar, dass ich vorm Urlaub jede freie Minute an der Nähmaschine verbrachte. Vorher mussten natürlich Designerstücke gefunden werden, die sich für einen Sommerurlaub in Italien eignen und zum anderen einfach zu nähen sind. Auf einer Italienrundreise sieht man viele verschiedene Orte, die fotografiert werden wollen und das natürlich mit verschiedenen Designermodellen.

Als eines der ersten Modelle fiel mir dieser Rock von Vitorino Campos in die Hände.

Quelle: Vitorino Campos São Paolo Spring 2017 Fashion Show – Vogue

Er war mir schon früher aufgefallen, aber er schien mir zu einfach zu sein. Auch wenn Nähen vom Material her meist sehr günstig ist, nimmt es doch eine gewisse Zeit in Anspruch. Wenn man diese Zeit in Geld umrechnet, verlieren bestimmte Sachen ihre Attraktivität. Zumindest ich brauche dann einen anderen triftigen Grund, um die Mühe und Zeit zu rechtfertigen. Sei es ein besonderer Stoff, eine ganz tolle Passform, man hat sich in das Modell verguckt oder ein spezieller Anlass. Das mit dem Vergucken war von Anfang an klar aber als dann der Anlass hinzu kam, war die Sache geritzt. Der brasilianische Designer Vitorino Campos war mir bis Dato unbekannt, aber irgendwie sprechen mich seine Arbeiten an. Und dass es eine Fashion Week in São Paulo gibt, habe ich jetzt auch gelernt räusper.
Den passenden Stoff hatte ich – was Glück – in meinem Bestand. Stoffe sind ja bekanntlich schneller gekauft als vernäht. Wer ihn haben will, bekommt ihn sogar noch. Und zwar bei Stoff und Stil; eine wunderbar leichte Viskose.

Die Suche nach einem passenden Schnittmuster war typisch ich. Ich habe tatsächtlich nach einem Schnittmuster gesucht. Weil ich mich fragte, wie man denn diese drei Lagen näht. Wirklich als drei komplette Lagen, die am Bund zusammengehalten werden oder sollte irgendeine Lage an der anderen hängen? In Ermangelung eines Schnittmusters, mit dem Gefühl, dass ich vermutlich zu kompliziert denke und der Tatsache, dass der Stoff quasi nichts wog und die 1,8m für drei einzelne Lagen ausreichten, schnitt ich einfach drei einzelne Röcke zu. Als Basis diente mir der Rockteil von Vogue 2091. Da die Viskose nicht dehnbar ist, legte ich den Stoffbruch des Schnittmusters etwas neben den eigentlichen Stoffbruch. Jede Lage bekam ein bissel mehr Stoff, damit sich die einzelnen Lagen auf keinen Fall gegenseitig störten. Oben werden die drei Lagen über einen Bund mit Gummieinzug zusammengehalten. Eigentlich sollten alle drei Säume als Rollsaum gearbeitet werden, aber der längste Teil wollte einfach nicht. Ständig trennte sich der Rollsaum vom Stoff, als hätte der Stoff irgendeinen Webfehler oder eine andere Materialschwäche. Schließlich arbeitete ich einen normalen Saum. Der Geradstich fällt nicht auf und trotz der Länge habe ich (fast) genug Gehfreiheit und muss nicht (arg) tippeln.

Aus irgendeinem Grund gefällt mir der Rock nicht wirklich. Er wirkt irgendwie trudschig. Ob es die Form ist? Ob es am Bund mit Gummieinzug liegt? Vielleicht würde eine Pencilform etwas daran ändern? Aber dann müsste ich auch einen Gehschlitz einarbeiten … schwierig …

Der Materialpreis für diesen Rock beträgt ca. 15 €.

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