Geradliniger Jumpsuit á la Adam Lippes

Rüschen sind nicht mein Ding. Vielmehr mag ich das Geradlinige, Klare, wie an diesem Jumpsuit in Anlehnung an ein Modell von Adam Lippes, aus der Spring Kollektion 2016.

Kombiniert mit Body: Wolford, Jacke/Kleid: Belstaff, Schuhe: CAFéNOIR

Als ich bei Vogue das Modellfoto von diesem Jumpsuit sah, war es um mich geschehen.
Der Jumpsuit ist vom New Yorker Adam Lippes, aus der Kollektion Spring 2016. Diese klaren Linien, die wunderbare Silhoutte der weiten Beine, die an eine Marlenehose erinnern, zaubert lange Beine und eine schlanke Taille. Gut, ein Bäuchelchen wird nicht kaschiert, aber die anderen beiden Schmeichler heben das locker wieder auf.

Quelle: Adam Lippes Spring 2016 Ready-to-Wear Fashion Show – Vogue

Klar war: ein Schnittmuster gibt es nicht dafür. Also wurde es kurzerhand aus zwei anderen Schnittmustern zusammenkonstruiert. Und zwar aus der Marlenehose 104, Burda 10/2010 und aus Vogue Vogue 2091. Das Vogueschnittmuster diente mir eher als Orientierung zur Weite und in gewisser Weise der Länge des oberen Teils der Hose. Das Kleid sitzt oben herum einfach toll, daher greife ich so gern dazu.

Zum verwendeten Stoff kann ich leider kaum etwas sagen. Vielleicht ist es dieser hier oder alternativ dieser. Er hat auf jeden Fall eine Köperbindung, ist relativ dick und schwer, hat einen tollen Fall und ist sehr dehnbar. Bei Jumpsuits liebe ich dehnbare Stoffe – sie erhöhen sehr den Bewegungsspielraum. Hinsetzen, sich Bücken, alles problemlos machbar ohne dass man Sorge um die Nähte haben muss.

Das Nähen des Jumpsuits ging mir gar nicht gut von der Hand, was an drei Dingen lag. Zum einen war das doch sehr freie Schnittmuster sehr Anprobeintensiv, dann war der Stoff args dehnbar und zum dritten Forderte mich das Oberteil des Jumpsuit-Originals sehr. Fangen wir mit Letzterem an: von dem Modell waren sehr viele Bilder im Netz. Rundherum war der Jumpsuit zu sehen, was extrem hilfreich war. Mir geht’s ja nicht darum, eine Kopie, ein Plagiat anzufertigen. Was mir gefällt, wird übernommen, was ich optimierbar finde, wird optimiert und was unschön ist, wird weggelassen oder durch etwas anderes ersetzt. Die Bindebänder im Rücken hab ich voller Überzeugung weggelassen – wer schon mal mit einer Schleife oder Knoten im Rücken eine ganze Weile gesessen hat, versteht die Entscheidung. Der Reißer in der hinteren Mitte musst ebenfalls an die Seite, denn ich möchte die Hose allein an- und ausziehen können. Die Konstruktion seitlich bzw. des Latzes samt Träger über dem darunter liegenden Teil war jedoch eine echte Denksportaufgabe. Sie wurde zuerst als Skizze gelöst mit den dazugehörigen Arbeitsschritten samt Reihenfolge, bevor das Schnittteil angefertigt wurde und auch die restlichen Teile zugeschnitten wurden. Ich weiß nicht, wie häufig ich den Jumpsuit geheftet und anprobiert habe. Tipp übrigens: so einen Latz kann man prima an die BH Träger pinnen 😉 Obwohl ich die Hosenvorlage schon mal genäht habe, musste ich sehr viele Änderungen machen. Das ist ganz klar dem Stoff geschuldet. Dehnbar und schwer sind eine Herausforderung, kann ich Euch sagen. Und wie viel ich am Saum weggeschnitten habe, habe ich verdrängt. Wer nicht mit langen Beinen gesegnet ist, wird wissen, was ich meine.

Die Dehnbarkeit und Schwere des Stoffes sieht man leider noch etwas am Ausschnitt. Er stand Anfangs richtig arg ab und ich war froh um die vordere Mittelnaht, um es etwas nachbessern zu können. Perfekt ist es nicht, aber ich kann gut damit leben. Das Oberteil des Jumpsuits ist mit Organza gefüttert/versäubert. So habe ich von außen keine sichtbaren Nähte. Da Organza nicht dehnbar ist, habe ich ihn im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. So bekommt er etwas Spiel, was bei diesem Oberstoff wirklich nötig ist.

Der Jumpsuit ist toll für die etwas kühleren Tage. So, wie vom Designer präsentiert, werde ich ihn wegen meiner Stoffwahl nicht tragen können. Grundsätzlich stelle ich jetzt erst fest, wie schwierig die richtige Stoffwahl ist. Als ich noch einfach nach Schnittmuster nähte, gab’s Hochs und Tiefs, Erfolge und Misserfolge und UFOs. Mitgenommen habe ich viele Nähkenntnisse, aber hinsichtlich Stoffwahl lerne ich erst jetzt dazu.

Zusammenfassung
Inspiration: Jumpsuit von Adam Lippes, Spring 2016 Kollektion
Material: leider unbekannt
Schnittmuster: Marlenehose 104, Burda 10/2010 und Vogue 2091
Kosten: leider unbekannt

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